Alumni diskutieren über US-Wahlen in Berlin

Alumni Berlin-Brandenburg diskutieren über US-Wahlen in Berlin

Wie geht es weiter nach den Midterm Elections?
Alumni-Diskussion mit USA-Experten in Berlin

Klaus Scharioth, Jochen Wolter, Christoph von Marschall (v.l.)

Der Saal des Bundespresseamtes war wieder gut besetzt – wie schon bei der ersten Alumni-Diskussion vor mehr als 1,5 Jahren nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Manche kamen, da sie das Gesprächsformat mit zwei ausgewiesenen USA-Kennern – dem früheren Botschafter Klaus Scharioth und dem USA-Korrespondenten für den „Tagesspiegel“ Christoph von Marschall – anregend als auch informativ fanden. Andere brachten Freunde und Interessierte mit, um Erklärungen zu finden. 

Es ging um die Spaltung der USA, die durch die Ergebnisse der Midterm Elections weiter verfestigt wird: Zwar verloren die Republikaner das Repräsentantenhaus an die Demokraten, im Senat hingegen konnten sie ihre Mehrheit ausbauen. Was das für Deutschland, Europa und die transatlantische Zusammenarbeit bedeutet, diskutierte das Podium. Alumnus Jochen Wolter, der mit dem Bundespresseamt wieder seinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellte, moderierte die Runde.

 

„Die Demokratie lebt und ist der große Sieger“, stellte Klaus Scharioth zu Beginn der Diskussion fest. „Doch die Ergebnisse zeigen auch, dass sich ältere weiße Amerikanerinnen und Amerikaner in den kleineren Städten und auf dem Land nach wie vor abgehängt fühlen“, ergänzte Christoph von Marschall. „Hier konnten die Demokraten noch keinen Boden gut machen.“ Dafür erreichen sie immer mehr junge Leute. Unter den 18- bis 25-Jährigen legten sie deutlich zu und sogar 59% der Frauen haben Demokraten gewählt.

Alumni und Gäste im Bundespresseamt

Neben der eigentlichen Analyse der Ergebnisse wurden die Folgen für die transatlantische Zusammenarbeit diskutiert. Insbeosndere das Verhältnis zwischen Washington und Berlin stand im Fokus. „Wie verschieden die Blickwinkel sind“, hat Terry Twentyman aus Vancouver fasziniert. Er pendelt zwischen Kanada, Mexiko und Berlin. Nebenbei konnte er seine Deutschkenntnisse verbessern und nach der Gesprächsrunde bei einem Glas Wein mit den anderen USA-Interessierten ins Gespräch kommen.

„Eine rundum gelungene Veranstaltung“, bilanzierte Gastgeber und Moderator Jochen Wolter, der sich im Vorstand des Alumni-Clubs Berlin-Brandenburg engagiert. Er habe zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten. „Das Format hat demnach die Attraktivität, als Serie fortgeführt zu werden.“ Schließlich gilt es auch als Auszeichung für die Freiburger Universität, mit Christoph von Marschall (der viele Jahre aus den USA berichtete, als deutscher Journalist Zugang zum Weißen Haus hatte und zahlreiche Bücher verfasst) und dem früheren Chef-Diplomaten Klaus Scharioth auf zwei ausgewiesene USA-Experten in den Alumni-Reihen zurückgreifen zu können.

 

Text / Fotos – Dr. Silke Engel