Alumni-Spaziergang über den Invalidenfriedhof in Berlin

Alumni-Spaziergang über den Invalidenfriedhof in Berlin

Alumnus Dr. Hans-Jörg Volkmann ist fasziniert von diesem Ort auf dem ehemaligen Todesstreifen. In seinem Zweitstudium Geschichte in Berlin hat der in Verden (Aller) praktizierende Zahnarzt den Invalidenfriedhof zum Thema seiner Masterarbeit gemacht. Seitdem spürt er immer neue Anekdoten auf und engagiert sich für diese besondere Ruhestätte, die zu den ältesten Friedhöfen Berlins gehört.

Faszinierender Ort

Treffpunkt des Alumnus geführten Rundgangs für den Freiburger Alumni Club Berlin-Brandenburg ist die Ecke Scharnhorststraße/Habersaathstraße, um den Namensgeber – das einstige Invalidenhaus – zu entdecken. Viel von dem 1748 in nur elf Monaten errichteten Bau steht zwar nicht mehr, doch historische Gebäudeteile des heutigen Bundeswirtschaftsministeriums lassen den damaligen Komplex des Invalidenhauses erahnen.

Gedenkstätte für General von Scharnhorst

Prunkstück auf dem Invalidenfriedhof, ist ein Marmorsarkophag, der auf etwa sechs Meter hohen Sockeln ruht. Das nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel erbaute Grabmal wurde für den Militärstrategen und General Gerhard Johann David von Scharnhorst (1755-1813) angefertigt. Friedrich Tieck gestaltete ein Fries, das Szenen aus dem Leben Scharnhorsts illustriert. „Immer wieder galt dieses Grabmal als Lebensversicherung für den Friedhof“, berichtet Alumnus Volkmann. „Im Sperrgebiet gelegen sollte der Friedhof während des Kalten Krieges verschwinden. Da sich aber Bundesrepublik und DDR gleichermaßen auf General Scharnhorst beriefen, wurde dieser Ort nicht eingeebnet.“

Friedhof auf dem Todesstreifen

Gleichwohl führte der Mauerbau (1961) dazu, dass sich zentrale Bereiche des Invalidenfriedhofs auf dem direkten Grenzgebiet und dem Todesstreifen befanden: Zahlreiche Denkmäler wurden abtransportiert, sodass nur noch 200 Grabstätten erhalten sind. Hans-Jörg Volkmann verbindet in seiner spannenden Führung die Geschichte der Gräber und des Ortes mit zahlreichen lebendigen Momentaufnahmen, in denen Erinnerungen an die deutsche Teilung vor unserem geistigen Auge vorüberziehen. „Ein lehrreicher und zugleich unterhaltsamer Spaziergang über ein besonderes Kleinod“, bilanziert ein Alumnus im Anschluss der Führung in geselliger Runde bei einem Glas Wein. Hier werden auch Pläne geschmiedet, wie aus der lesenswerten Masterarbeit von Hans-Jörg Volkmann ein Buch über den Invalidenfreidhof in Berlin werden könnte.

Text: Dr. Silke Engel / Fotos: Reinhold Engel