Berichte Studiennothilfe

 

 

Bericht für die Studiennothilfe der Universität Freiburg Freiburg, 11.01.2021

Nach einige erfolglosen Versuchen bei Stipendienanträge im ersten Semester, wurden meine Bewerbungen im zweiten Semester erneut abgelehnt. Es war angeblich, weil ich mich zu früh beworben habe. Ich habe diese Ablehnungen mitten in einer Pandemie erlebt. Dies führte dann dazu, dass ich mir jeden Tag große Sorgen um die Finanzen gemacht habe. Ich war seit Februar 2020 in einem immens stressigen Zustand voller Selbstzweifel, Zukunftsangst und Panik Attacken. Das ganze Szenario wurde für mich noch stressiger, als meine Mutter ihr Handgelenk gebrochen hatte und operiert werden musste. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich so hilflos gefühlt, weil zu diesem Zeitpunkt die Flüge nach Nepal aufgrund von Corona nicht in Betrieb waren. Außerdem hätte ich auch nicht genug Geld, um sie dort zu besuchen. Ich habe sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, und selbst in einer so schwierigen Situation konnte ich nicht für sie da sein. Mein Vater leidet an hohen Blutdruck und ist einen Herz-Kreislauf Risikopatient. Nach einigen Monaten wurde meine einzige Schwester bei einem Motorradunfall schwer verletzt. Insgesamt war das Vorjahr für mich in vielerlei Hinsicht wie eine Achterbahnfahrt. Trotz allem, was in den letzten Monaten innerhalb kürzester Zeit geschah, musste ich hier irgendwie selbst zurechtkommen und funktionieren.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich Ende Juli 2020 voller Freude und Tränen in meinen Augen einen Brief über die Zusage der Studiennothilfe erhalten habe. Das war sozusagen der Wendepunkt für mich. Ich hatte wieder die finanzielle Sicherheit gewonnen, und ich konnte mich nun auf das Wesentliche in meinem Leben konzentrieren. Nachdem ich die Unterstützung bekam, kam ich zur Besinnung und erkannte, dass ich seit Monaten psychisch belastet und infolgedessen auch sehr häufig an körperlichen Symptomen erkrankt und an meiner Grenze war. Im August habe ich dann sofort die psychologische Beratungsstelle des SWFR besucht, und schon beim ersten Besuch hat mir die Psychologin darauf hingewiesen, dass ich unbedingt eine Langzeittherapie benötige. Glücklicherweise habe ich schon nach 3 Monaten Wartezeit einen Therapieplatz erhalten und fühle mich jetzt auf dem Weg zur Heilung.

Die Studiennothilfe hat es mir weitgehend ermöglicht, dass ich die Motivation hatte über mich selbst nachzudenken, und wieder auf meine Gesundheit zu achten. Somit konnte ich mich besser auf mein Studium konzentrieren, ohne dass die Gedanken und die Ängste ständig in meinem Kopf spielten und mich vom Lernen ablenkten. Ich habe wieder eine feste Tagesstruktur etabliert und mich besser daran festgehalten. Die Beihilfe hat in fast allen Bereichen meines Studentenlebens eine große Veränderung gebracht und es geht wieder bergauf. Ich konnte außerdem den Krediten, die ich in den vergangenen Monaten ausleihen musste, teilweise zurückzahlen. All dies wäre ohne die Studiennothilfe nicht möglich gewesen. Dieses Jahr bewerbe ich mich erneut um Stipendien, weil ich nun endlich die Voraussetzung von Semesteranzahl erfülle. Ich hoffe, dass einer erfolgreichen Bewerbung keine weiteren Faktoren im Wege stehen. Da es aufgrund eines neuen Lockdowns nur eine begrenzte Möglichkeit gibt, einen Studentenjob zu finden, und die Unsicherheit darüber noch einige Monate andauern wird, habe ich mich für KFW-Kredite beworben, da diese zum Glück jetzt auch für ausländische Studierende zugänglich ist.

An dieser Stelle möchte ich mich von ganzem Herzen bei Universität Freiburg, beim Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald und insbesondere bei Alumni Freiburg e.V. für ihre großzügige Unterstützung und eine sehr große Hilfe bedanken! Auch ein großes Dankeschön dafür, dass der Bewerbungsprozess so unkompliziert verlief und die Zusage innerhalb von einigen Tagen erfolgte. Ich hätte fast aufgegeben, aber Ihre Unterstützung half mir, meinen Mut wiederzugewinnen.