Studienstarthilfe

Starthürden überwinden

Studienstarthilfe – Starthürden überwinden

Das Semester hat schon angefangen, aber das Geld reicht hinten und vorne nicht. Gerade bei Studierenden, die von zu Hause nicht ausreichend unterstützt werden und die persönliche oder biografische Nachteile erleben, können fehlende Mittel zum vorzeitigen Studienabbruch führen. Eine Beratung im Service Center Studium der Universität Freiburg oder beim Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald kann Wege zu privaten oder öffentlichen Förderhilfen öffnen. Bis diese Instrumente greifen, hilft die Studienstarthilfe in den ersten Monaten des Studiums.

Die Studienstarthilfe ist ein Förderprogramm der Universität Freiburg, das in Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald entwickelt wurde. Es handelt sich um eine Brückenfinanzierung in den ersten Semestern des Studiums. In dieser Zeit ergeben sich oft Probleme mit der Finanzierung. Wer etwa kein beziehungsweise noch kein Stipendium oder BAföG erhält, weiß nicht, wie er durch die ersten Monate kommen soll. Es droht der Studienabbruch – den soll die Studienstarthilfe verhindern.

Die Studienstarthilfe der Universität Freiburg

● bietet Studierenden mit persönlichen oder biografischen Nachteilen eine kurzfristige und befristete Finanzierungshilfe beim Studienstart in Höhe von max. 750,- € pro Monat,

● würdigt und unterstützt sie in den besonderen Anstrengungen und Leistungen, die dafür notwendig sind,

● wird nach ausführlicher Prüfung der Bewerbungen und gemäß den Empfehlungen eines bewährten Teams von Studienberater*innen aus seitens der Universität und des Studierendenwerks vom Rektor der Universität Freiburg vergeben,

● geht jeweils mit Beratungen zur Beantragung von dauerhaften finanziellen Förderleistungen einher und überbrückt den Zeitraum bis zu deren Gewährung und Auszahlung.

 

Spenden Sie hier für die Studienstarthilfe!

 

Überwinden von Hürden aufgrund der familiären Herkunft

Nadine, 21, studiert Deutsch und Geschichte auf Lehramt: „In meiner Familie bin ich die Erste, die studiert. Meine Eltern haben sich so gefreut, als ich ihnen gesagt habe, dass ich zur Uni gehen werde! Aber sie können mich nur mit einem kleinen Beitrag pro Monat unterstützen. Mit BAföG wollte ich mich lieber nicht verschulden. Ich hatte gehofft, dass ich mein Studium durch Jobs allein finanzieren kann. Doch jetzt, wo die Semesterabschlussprüfungen anstehen, merke ich, dass das unmöglich ist. Zum Glück habe ich mich beraten lassen. Jetzt weiß ich, dass es besser ist, mehr Zeit für das Studium zu verwenden, und werde einen BAföG-Antrag stellen. Allerdings wird es ein paar Monate dauern, bis das erste BAföG da ist. Wie ich diese Zeit überbrücken soll, weiß ich noch nicht.“

Studienanfänger*innen aus Nicht-Akademiker-Familien fehlt der Erfahrungsschatz studierter Eltern und damit auch die Selbstverständlichkeit eines Studiums. Eine besondere Herausforderung ist der Studienstart für junge Menschen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendpflege aufgewachsen sind. Orientierungsschwierigkeiten und das Bewusstsein, kein familiäres Sicherheitsnetz zu haben, können zu Fehleinschätzungen führen – beispielsweise im Hinblick auf die Eigenfinanzierung durch Nebenjobs. Die Entscheidung, BAföG oder Studienkredite als Investition in die eigene Zukunft zu nutzen, wird häufig erst nach Beginn des Studiums  nach qualifizierter Beratung getroffen. Die Studienstarthilfe ermöglicht es, weiter zu studieren, bis die Finanzierungslücke durch staatliche Finanzierungshilfen oder Stipendien geschlossen ist.

Überwindung von Hürden aufgrund der persönlichen Situation

Susanne, 23, studiert Pharmazie: „Ich will im Studium unbedingt selbständig sein, ein Fernstudium kam für mich auf keinen Fall in Frage. Daher bin ich sehr glücklich, dass ich eine Zusage für ein barrierefreies Appartement im Studierendenwohnheim bekommen habe. Jetzt beginnen die Planungen für das erste Semester. In Freiburg liegen die Unigebäude nicht alle beieinander  –  bei den langen Wegen werde ich besonders in der ersten Zeit auf Hilfe angewiesen sein. Zwar habe ich Anspruch auf eine bezahlte Studienassistenz, doch es wird sicher ein paar Monate dauern, bis diese bewilligt wird.“

Spezielle persönliche oder familiäre Umstände wie Krankheiten und Behinderungen, Betreuung eigener Kinder oder pflegebedürftiger Angehöriger stellen ganz besondere Anforderungen an die Studienplanung. Damit das Studium mit der Verantwortung für die eigene Gesundheit oder die der Angehörigen vereinbar ist, müssen Privat- und Studienleben planvoll und zuverlässig aufeinander abgestimmt werden. Studienanfänger*innen mit Handicaps zum Beispiel benötigen für die Orientierung im neuen Lebensumfeld Orientierungshilfen und Assistenzen, die oft von geschulten Kommiliton*innen geleistet werden. Ihre Finanzierung wird jedoch häufig erst mit Verzögerung bewilligt. Hier erleichtert die Studienstarthilfe eine barrierefreie Bewältigung der ersten Semester.

Überwindung von Hürden aufgrund der nationalen Herkunft

Jamal, 23, studiert Medizin: „Ich bin 2014 noch mit einem Studienvisum aus Syrien nach Freiburg gekommen. In Aleppo hatte ich bereits ein Medizinstudium begonnen. Hier habe ich zunächst Deutsch gelernt und dann im letzten Semester noch mal ganz von vorne angefangen. Meine Familie ist nun auch in Deutschland, aber sie kann mich nicht mehr finanzieren. Da ich kein BAfÖG bekommen kann und das Studium nur wenig Zeit zum Jobben lässt, hat meine Professorin mich darin unterstützt, mich um ein Leistungsstipendium zu bewerben. Wir sind zuversichtlich, dass es klappt – aber wovon ich bis dahin leben soll, weiß ich noch nicht.“

Studierende mit Fluchthintergrund, aus Krisenregionen oder Entwicklungsländern haben bereits vor ihrem Studienbeginn in Freiburg wichtige Hürden genommen: Wie alle internationalen Studierenden mussten sie  ihre Hochschulberechtigung nachweisen und die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) bestehen. Bei der Studienfinanzierung gelten für diese Gruppe besondere gesetzliche Bestimmungen – ob und welche Studienhilfen und Unterstützungsleistungen beantragt werden können, kann nur in einer individuellen Beratung festgestellt werden. Oft müssen die Studierenden nach Antragstellung noch mehrere Monate auf die Bewilligung warten. Die Studienstarthilfe überbrückt diese  Wartezeit und hilft diesen jungen Menschen, ihren Weg mit Zuversicht fortzusetzen.